Technologieoffenheit bringt noch keine Wärmewende

Wer Geothermie will, muss auch dafür sorgen, dass das Risiko am Anfang eines Projekts tragbar wird. Wie beide Länder Geothermie stärker in die Umsetzung bringen können, darüber haben wir kürzlich im Auftrag des Bundesverband Geothermie beim Geothermie-Austausch der Deutsch-Japanischen Energiepartnerschaft des BMWK diskutiert.
Japan unterstützt bereits die frühen Phasen der Geothermie – von der Erkundung bis zu ersten Bohrungen. Der Staat hilft dort ganz bewusst, das hohe Risiko dieser Phase abzufedern, damit Regionen und Betreiber es nicht allein tragen müssen.
Denn genau hier liegt eine der größten Hürden: Bevor über Jahrzehnte zuverlässig Energie geliefert werden kann, muss zunächst gebohrt werden. Ob die erwartete Fündigkeit tatsächlich erreicht wird, zeigt sich erst dann.
Kommunen und Unternehmen mit diesem Risiko weitgehend allein zu lassen und gleichzeitig auf Technologieoffenheit zu verweisen, greift mir zu kurz. Hier muss der Staat stärker vorangehen.
Unter dem Deckmantel der Technologieoffenheit dürfen wir notwendige Entscheidungen nicht immer weiter vertagen. Wenn wir unabhängiger bei unserer Energieversorgung werden wollen, müssen wir für heimische Energiequellen auch die Rahmenbedingungen schaffen, unter denen investiert und gebohrt werden kann. Die führenden Geothermie-Nationen dieser Welt machen das genau so!
GEOTHERMIE KOMPETENZ bedeutet für mich deshalb auch: Risiken realistisch benennen und sie so verteilen, dass aus Potenzial tatsächlich Projekte werden.



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